Die Vereinsgeschichte

Die Gesellschaft ,,Gemütlichkeit", bestehend aus den Herren Georg Weichbrot, Josef Löhrs, Mathias Voegeler, Willy Spicker, Anton Spikker, Mathias Weyergraf, Erdhütter, Barthel Klausmann, Heinrich Klausmann l, Heinrich Klausmann ll, Hubert Klausmann und Josef Klausmann, fassten im Jahre 1894 den Entschluss, den Turnverein Oppum ins Leben zu rufen. Das dieser Verein einmal in späteren Jahren, hervorgerufen durch seine großen sportlichen Erfolge, in aller Munde war, konnten die Gründer damals nicht ahnen, sondern nur hoffen.

Aus dem Nichts musste hier etwas geschaffen werden, denn es waren weder Turnhalle, noch Sportplatz, noch Turngeräte vorhanden. Das Einzige, was die Gründer dem Verein zur Taufe mitgaben, war Mut, Entschlossenheit und sehr viel Liebe zur Sache.

Die ersten Übungsstunden des Turnverein Oppum fanden in einem Schuppen der Gaststätte ,,Kames" statt. Als Turngerät diente eine Eisenstange, die an zwei Balken befestigt wurde. Bei schönem Wetter wurden die Übungsstunden auf dem alten Kirmesplatz gegenüber der Wirtschaft Münker abgehalten.

Die ersten Jahre waren dem Turnen und der Organisationsarbeit gewidmet. Nachdem die Aufnahme des Turnvereins in den Verband der Deutschen Turnerschaft erwirkt war, wurde der Turnbetrieb in den Saal des Turnbruders Theodor Bünten verlegt. Da bereits eine gut fundierte Kasse vorhanden war, wurden die ersten Turngeräte angeschafft. Nach genügender Vorbereitung und fleißigem Üben, welches unter der Leitung des 1. Turnwarts Georg Weichbrot sowie des 2. Turnwarts J. Klausmann stand, entschloss man sich, von nun an auch an Wettkämpfen teilzunehmen. Groß war die Freude über die in den ersten Wettkämpfen erzielten guten Platzierungen. So wuchs der Turnbetrieb von Jahr zu Jahr, und manch schöner Sieg wurde errungen. Diese Erfolge trugen zur Steigerung der Mitgliederzahl bei, und so kam es, dass immer mehr Mitglieder und Anhänger für unseren Verein gewonnen wurden.

lmmer mehr Auftrieb erhielt der Verein durch die neue Sportplatzanlage am Sandberg, und es kam der Tag, an dem sich Johann Klausmann ein in Krefeld vorgeführtes neues Spiel (Handball) ansah und es kurzerhand in Oppum einführte. Man stellte eine Mannschaft auf, und nach kurzem Training wurden bereits die ersten Spiele ausgetragen.

So war das Jahr 1922 das Geburtsjahr des Oppumer Handballs, der einmal das gesamte Vereinsleben außerordentlich beeinflussen sollte. 1923 schob sich die Handballmannschaft schon in den Vordergrund. Bedeutende Spiele gegen den Rhein- und Westfalenmeister wurden ausgetragen. 1924 wurde der Handball in Klassen eingeteilt, wobei unsere Mannschaft in der niedrigsten Klasse, der Bezirksklasse, begann. ln diesem und in den kommenden Jahren erlebte der TV Oppum einen kometenhaften Aufstieg, denn unsere 1. Mannschaft drang bis zur Spitze der Handballvereine vor.

Es kam das Jahr 1931. Ein Jahr, das mit der Geschichte des Vereins immer Verbunden bleiben wird. Wie in den Jahren vorher, hatten sich unsere Handballer bis zur Spitzengruppe durchgespielt, und es ging um die letzte Entscheidung. Man zog in das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft vom Deutschen Turngau, das am 14. Juni 1931 in der Grotenburg-Kampfbahn stattfand. Gegner war die Mannschaft von TiB Berlin. Stunden vorher war das Stadion mit 22.000 Zuschauern bereits ausverkauft, und alle erwarteten ein schönes Spiel. Es war ein dramatischer Kampf und am Ende behielt der TV Oppum mit 4:3 die Oberhand. Die erste Deutsche Meisterschaft war nach mehrmaligem Anlauf errungen und der Dank des Publikums spiegelte sich in den begeisterten Ovationen wieder.

 

Ein ausgesprochenes Handballjahr wurde das Jahr 1966. Galt es doch, neben der Westdeutschen Meisterschaft sich für die neugegründete Feldhandball-Bundesliga zu qualifizieren. Es war ein harter Kampf, und fast wäre unsere Mannschaft am TV Kärlich gescheitert; aber die letzten Minuten des Spiels in der Grotenburg zeigten doch deutlich, dass unser Team in den vergangenen Jahren viel dazugelernt hatte. Nach einem Drei-Tore-Rückstand in den letzten Minuten schaffte sie doch noch den Ausgleich und hatte damit die Bundesliga erreicht, da das Hinspiel in Kärlich gewonnen wurde. In Hagen bestritt sie dann das Endspiel um die Westdeutsche Meisterschaft gegen den VfL Gummersbach und unterlag knapp. Der weitere Weg zur „Deutschen Meisterschaft" führte über den Berliner SV 92 und Eintracht Hildesheim, die beide ausgeschaltet wurden. Das Endspiel war erstmals nach 35 Jahren wieder erreicht. Unser Gegner hieß nicht, wie allgemein erwartet worden war, VfL Gummersbach, sondern Hamburger SV.

Unvergesslich wird wohl dieser denkwürdige Tag des Endspiels allen sein, die ihn miterlebten. Das Finale fand am 2. Oktober 1966 im Schwelgernstadion in Hamborn statt. Herrliches Handballwetter und eine Zuschauerkulisse von 20.000 gaben dem Spiel einen würdigen Rahmen. Während sich beide Mannschaften in der ersten Halbzeit vorsichtig abtasteten, brach in der zweiten Halbzeit ein wahrer Tornado über den HSV herein, und der Sieg fiel mit 19:12 klar an den TV Oppum. Verständlich die Freude über diesen großen Erfolg. Sogar die Zuschauer hielt es nicht mehr auf den Rängen und einige Enthusiasten zogen den Spielern förmlich die Trikots vom Leibe, um sie als Siegestrophäe zu entführen. Selbst Viktor Lohmann, der ständige, Zigarren rauchende Mannschaftsbetreuer, rief spontan: ,,lst das nicht herrlich!" Bei ihm war die Freude besonders groß, denn er war ja als Begleiter Zeuge sämtlicher Spiele und war begeistert ob dieser errungenen Meisterschaft. Hans Keiter hatte seine Jungens im richtigen Augenblick fit gemacht und wurde auch nach dem Spiel von ihnen gebührend gefeiert. Es war seine erste Deutsche Meisterschaft, die er als Trainer, zusammen mit der Mannschaft holte, und die zweite des TV Oppum.

 

Auch 1968 hatte Hans Keiter mit seinen Mannen wieder hart trainiert, und es gelang ihm, mit ihnen erstmals Meister der Gruppe Nord der Feldhandball-Bundesliga zu werden. Damit stand er bereits zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit mit seiner Mannschaft im Endspiel. Gegner war die SG Leutershausen, der amtierende Deutsche Hallenhandball-Meister, dessen Ziel es war, das begehrte Doppel im Handball zu erreichen. Dieses Endspiel fand im Düsseldorfer Rheinstadion am 8. September 1968 vor der imposanten Zuschauerkulisse von 25.000 statt. Enttäuscht war man allerdings in der ersten Halbzeit vom TV Oppum, der bereits mit 8:4 im Rückstand lag, und als dann nach der Pause Leutershausen gar auf 9:4 erhöhte, sah es sehr schlecht um unsere Mannschaft aus. Es waren wohl nicht mehr viele unter den Zuschauern, die noch einen Pfifferling für den TV Oppum gaben. Aber plötzlich, wie von einer Tarantel gestochen, fand sich unser Team und in rasanten, erfolgreichen Torläufen wurde das Ergebnis schnell korrigiert. Die Stimmung im Stadion kam auf den Höhepunkt, als das Spiel kurz vor Schluss noch zweimal unentschieden stand. Dank ihrer besseren Kondition und dank des besseren Überblicks in der zweiten Halbzeit gewann der TV Oppum am Ende das Spiel noch verdient mit 18:16. Überglücklich lagen sich hinterher Trainer und Spieler in den Armen. Ein hartes Stück Arbeit war geleistet worden, und 25.000 Zuschauer traten in dem Bewusstsein, ein schönes, spannendes Endspiel gesehen zu haben, die Heimreise an. Das war die dritte Deutsche Meisterschaft im Handball, die der TV Oppum in seiner Vereinsgeschichte erringen konnte.

 

Aufstieg in die Hallenhandball-Bundesliga: 1971

Erfolge im Jugendbereich:

Der TV Oppum konnte in den 70er Jahren besonders im Jugendbereich große Erfolge feiern. Auch heute ist er immer noch einer der führenden Vereine im Handball Verband Niederrhein und bringt immer wieder hoffnungsvolle Talente heraus.

Deutscher A-Jugend Meister:   1971


Westdeutscher Vizemeister:     1978


Westdeutscher Meister:             1979  und Deutscher Vizemeister:           1979

Jugendobmann Alfred Lohmann, Eugen Rinsch, Günter Pollaert, Wolfgang Jaspers, Manfred Hummel, Wolfgang Kubitzki, Frank Tichelkamp, Trainer Jakob Inger(obere Reihe von links)

Betreuer Edelbert Brüser, Achim Hummel, Uwe Lohmann, Uwe Kock, Andreas Baier, Peter Hilgers, Rainer Radunski (untere Reihe)


Westdeutscher Meister:             1980